Slowenische Grenzkammstraße
Land:

Region: Slowenien
Höhe:

1114 m

Position:

46 11,027 N
013 39,571 E

max. Steigung:

15 %

von: Livek
nach: Neblo
Wintersperre: -
Maut: -
Denzel: -
Schwierigkeit: SG 2-3

Über 40 km zieht sich die slowenische Grenzkammstraße von der kleinen Ortschaft Livek nach Süden bis nach Neblo. 2,5 km südlich von Kobarid zweigt Straße nach Livek von der Staatsstraße 103 ab. Die Straße führt zunächst in südliche Richtung den Berg hinauf. In Livek zweigt die Straße ab zum Kamm, um diesem auf einer Strecke von etwa 40 km zu folgen. Die Straße endet unweit der Ortschaft Neblo. Die gesamte Strecke war mal durchgehend geschottert. Im Rahmen der Erschließung der Grenzregion für den Tourismus wird die Kammstraße leider zunehmend asphaltiert. Die o.g. Koordinate bezeichnet den Berg Klabuk (1114 m) unmittelbar auf dem slowenischen Grenzkamm.

Auffahrt zur Kammstraße; Bild: Ulf Panitzki

Gipfelschild; Bild: Ulf Panitzki

Die slowenisch/italienische Grenze verläuft zunächst auf dem Gebirgskamm des Kolovrat. Gute Aussicht bietet der unmittelbar neben der Straße liegende und zu Fuß in 5 Minuten erreichbare Kabruk (1114 m). Von hier hat man bei klarem Wetter einen phantastischen Blick auf die bewaldeten Hügel des Grenzgebiets, die daran anschließende Tiefebene und das in der Ferne sichtbare Mittelmeer. Im Osten ist die Ebene von Tolmin zu sehen. Die Kammstraße streift unterhalb des Kabruk den Sedlo Solarji (925 m). Der unspektakuläre Sattel markiert die Grenze zwischen Slowenien und Italien. Eine schmale asphatierte Straße führt hinüber ins italienische Drenchia. Der Grenzübergang ist nur tagsüber besetzt und steht nur für den kleinen Grenzverkehr, d.h. Italienern und Slowenen zur Verfügung. Die Grenze verläuft später durch ein enges Tal. Die hier fließende Júdrio bildet dann die Grenze. Die asphaltierte Straße verläuft jedoch weiter auf dem Kamm. Eine schmale, ständig feuchte und stellenweise schlammige Piste führt jedoch am Grenzfluss entlang bis zum Grenzübergang ins italienische Mernico. Insgesamt ist die slowenische Grenzkammstraße sowohl fahrerisch wie landschaftlich ein absoluter Höhepunkt.


Blick nach Italien; Bild: Ulf Panitzki

Blick auf Tolmin; Bild: Michael Panitzki

Auf dem Klabuk befinden sich auch die Überreste italienischer Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg. Der Klabuk war eine Schlüsselstellung der italienischen Front. Im Rahmen der 12. Schlacht am Isonzo wurde der Berg nach blutigen Kämpfen im Oktober 1917 von deutschen Truppen erobert. Ein Gang durch die teilweise renovierten Gräben und unterirdischen Gänge gibt einen kleinen Einblick in die blutigen Kämpfe. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang der Besuch des mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Museums in Kobarid.

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