Cima di Campolongo
Land:

Region: Venetien
Höhe:

1720 m

Position:

45 53,296 N
011 23,386 E

max. Steigung:

k.A.

von: B. di Campolongo
nach: C. di Campolongo
Wintersperre: -
Maut: -
Denzel: 264
Schwierigkeit: SG 3-4

Den Cima di Campolongo (1720 m) und die gleichnamige Festung erreicht man am schnellsten über eine ruppige, aber recht kurze Schotterpiste. Der Einstieg zur nördlichen Zufahrt befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen der Bocchetta di Campolongo (1536 m) und der Casare di Camplolongo (1546 m). Die Piste ist zwar durchgehend sehr holprig und stufig, der Untergrund ist aber stets fest. Die Gipfelstraße wurde als stabile Armierungsstraße angelegt und diente als Zufahrt zum Forte di Campolongo. Sie endet unmittelbar vor dem Haupteingang der Festung. Die südliche Route zur Festung ist zwar deutlich länger, dafür aber weniger grob geschottert, ohne Stufen und nicht so steil. Diese Zufahrt liegt etwa 1 km südlich der Bocchetta di Camplongo.


Zufahrt zum Forte di Campolongo; Bild: Michael Panitzki


Zugangstunnel; Bild: Ulf Panitzki

Das Forte di Campolongo wurde von 1912-1914 erbaut. Die Bewaffnung bestand aus vier Geschützen Typ 149/A in drehbaren Panzerkuppeln. Die Panzerung war 18 cm stark. Vier Maschinengewehre und vier leichte Geschütze dienten dem Schutz des Objekts. Aufgabe der sehenswerten Festung war die Kontrolle des Asticotals und der Hochebene. Zu diesem Zweck wurde die Festung unmittelbar an der Kante zum Abhang errichtet. Der Ausblick ist atemberaubend. Den Haupteingang bildet eine etwa 50 m lange Poterne (Tunnel). Unmittelbar davor führt linkerhand ein Fußweg um den Berg herum zu den ehemaligen, tiefer gelegenen Unterkünften. Der Hauptweg führt hinter dem Tunnel in einem weiten Rechtsschwenk zum Kasemattblock der Festung. Der Batterieblock liegt dahinter und ist fast vollständig in den Fels integriert.


Festung Campolongo; Bild: Michael Panitzki


Blick ins Val d'Astico; Bild: Ulf Panitzki

Der schwere Beschuss durch österreichische 305 mm Skoda-Mörser bei Costa Alta im Juli 1915 und im Mai 1916 hinterließ deutliche Spuren der Zerstörung. Die Festung wurde im Zuge der sog. „Strafexpedition“ am 22. Mai 1916 von italienischen Truppen geräumt und fiel in österreichische Hand. Die Decken der Festung sind stellenweise sehr stark beschädigt. Die oberen Räume sollten daher nur mit großer Vorsicht und einer guten Taschenlampe betreten werden. Die unteren Stockwerke liegen im Fels und sind trotz des schweren Beschusses vergleichsweise gut erhalten. Das gleiche gilt für die in den Fels getriebenen Poternen. Trotz der schweren Schäden im Außenbereich lassen sich Aufbau und Funktion der Anlage gut erkennen. Hinweisschilder bieten dem interessierten Besucher zusätzliche Informationen.


Verbotsschilder; Bild: Michael Wiesengrund

Hinweis: 2007 wurde über den Cima di Campolongo ein absolutes Fahrverbot unter Angabe der entsprechenden Verordnung verhängt. Der Grund: Das Forte di Campolongo wird umfangreich restauriert. Die Zufahrt steht daher lediglich Baustellenfahrzeugen offen. Es ist zu befürchten, dass aus dem Forte di Campolongo wie schon aus dem Werk Gschwent und dem Forte di Monte Rite eine kommerzielle Touristenattraktion gemacht wird und die Sperrung der Zufahrt nicht nur vorübergehender Natur ist.

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