Direkt auf
der Passhöhe des Passo di Valbona (1782 m) zweigt von
der Haupstraße in nördliche Richtung die per Verordnung
gesperrte Zufahrt zur Malga Campomolon ab. Kurz danach
beginnt rechterhand eine alte Armierungsstraße, die mit
mäßiger Steigung die Südflanke des Monte Campomolon
hinaufführt.

Abzweig zum Monte Campomolon am
Passo di Valbona
Bild: Michael Panitzki
|
Die
durchgehend geschotterte Piste wurde ursprünglich als
Armierungsstraße zu der knapp unterhalb des Gipfels des
Monte Campomolon liegenden Festung angelegt. Heute dient
die Piste als Aufahrt zu der auf dem Gipfel stehenden
Fernmeldeanlage. Die Zufahrt zum Sendemast zweigt kurz
vor der Festung links ab und endet dort. Die alte
Armierungsstraße führt vom Abzweig weiter an der
SO-Flanke des Gipfels entlang und endet dann an der Kehle
des Forts.

Blick auf den Monte Campomolon;
Bild: Michael Panitzki
|

Auffahrt zum Monte Campomolon; Bild:
Michael Panitzki
|
Der Bau des
italienischen Forte Campomolon wurde 1912 begonnen. Im
Sommer 1914 waren die Bauarbeiten im Wesentlichen
abgeschlossen. Die Bewaffnung sollte aus vier 149 mm
Geschützen vom Typ 149/A in Panzerkuppeln bestehen. Die
Geschütze lagen bereits im Arsenal in Verona bereit. Die
in Deutschland bestellten Kuppeln wurden jedoch wegen des
Kriegsausbruchs nie geliefert. Bei Kriegseintritt
Italiens 1915 wurden dann vier mobile 280 mm Mörser
hinter der Festung auf dem letzten Stück der
Armierungsstraße in Stellung gebracht. Die Mörser
wurden später durch vier, ebenfalls mobile Geschütze
vom Typ 149/G ersetzt. Die Funktion der Festung
beschränkte sich auf die Artilleriebeobachtung, die
Unterbringung und Versorgung von Soldaten und die
Lagerung von Munition. 1916 wurde der Berg im Zuge der
sog. "Strafexpedition" von KuK-Truppen
genommen. Im Rahmen des Rückzugs wurde die Festung
gesprengt. Nichtsdestotrotz ist die Anlage noch so gut
erhalten, dass sich Aufbau und Funktion gut erkennen
lassen.
|